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Der Baukrebs
Der kritische Blick in die Welt macht Angst: der Baukrebs hat sie befallen. Helikopter-Aufnahmen unserer Neubau-Agglomerationsgebiete sind wie
Elektronenmikroskop-Bilder von Krebsgeschwüren. Sofort wird die Infiltration sichtbar: aha, da ist er durchgegangen. Unterwegs zerstört er organisch Gewachsenes. Der Vergleich mit dem menschlichen Krebs drängt sich
immer wieder auf. Krebszellen sind charakterisiert durch Wachstum, das nicht mehr unter Kontrolle ist; autonomes Wachstum. Im Gegensatz dazu gebundenes Wachstum, das zu bestimmten, notwendigen Organen, wie Auge oder
Magen [oder des Industriegebiets in Coswig] führt, und zwar nicht auf Kosten eines anderen Organs [z.B. des Landschaftsschutzgebietes und der Gauernitzer Elbinsel]. (S. 196-197)
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Zerstörung schafft Arbeitsplätze
“...kaum eine Generation ist es her, daß man Zerstörung als Arbeit entdeckt hat ... Zerstörer, die mittels Aufbaues, mittels
dieses perfidesten Mittels zerstören...” Rudolf Bayr (S. 201)
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Eine Vision für Coswig?
“Während dieser Sekunde werden in der Bundesrepublik 20 Quadratmeter Kulturboden verbetoniert, asphaltiert, unfruchtbar gemacht. 60.000
ha pro Jahr, eine Fläche von der Größe des Bodensees. Wird es so weitergehen? In zehn Jahren zehnmal die Fläche des Bodensees, in hundert Jahren hundertmal!” (S. 200)
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Fotos und Texte stammen aus: Wieland, D., Boder, P. M. & Disko, R.: “Grün kaputt - Landschaft und Gärten der Deutschen”
Rabenverlag, München, 1990
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letzte Änderung: 5.10.2001
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