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Noch einmal: Neubau S-84
Eine Region - ein Problem - eine Lösung. So und nicht anders!
Die Wirtschaftsregion Meißen-Coswig-Radebeul braucht leistungsfähige Verkehrsanbindungen. Ohne sie kann der wirtschaftliche Aufschwung in unserer Region nicht
dauerhaft Fuß fassen. Die geplante Niederwarthaer Elbbrücke kann dafür ein wirksamer Beitrag sein. Dies ist unstrittig.
Es darf jedoch weder eine Lösung auf Kosten Radebeuls, noch eine Lösung auf Kosten anderer Städte und Gemeinden geben. Es geht um eine tragfähige
Kompromisslösung für die gesamte Region! Eine Position, die ich von Anfang an vertrete.
Zwischenzeitlich war in Cossebaude das Bürgerbegehren erfolgreich. Und auch in Coswig ist eine Entscheidung über die Trassenführung nicht vor
Herbst zu erwarten.
Radebeul sollte jetzt keinesfalls vorpreschen und einseitig Baurecht für eine Brückenanbindung über unsere Querspange schaffen. Eine solche
“Lösung” schafft nur zusätzliche Probleme. Sie dient weder den Interessen Radebeuls, noch den Interessen der anderen betroffenen Gemeinden: Die Querspange Naundorf hätte Staatsstraßencharkter mit einer Verkehrsbelastung von mindestens 12.000 Fahrzeugen pro Tag.
Der Brückenverkehr Richtung Coswig/Meißen/Weinböhla wird zusätzlich auf die Meißner Straße geworfen. Die jetzt schon chaotische Situation in Zitzschewig würde weiter verschärft.
Wie sollen die Belange unseres Lößnitzbades als wichtiger Naherholungsbereich direkt neben einer vielbefahrenen Staatsstraße dauerhaft geschützt
werden?
Der Lösungsdruck Richtung Coswig und Cossebaude würde entfallen. (Grund: Mit der Brückenanbindung an die Querspange Naundorf würde ja bereits eine
funktionsfähige Verkehrsanbindung existieren!) Es besteht die Gefahr, dass - z.B. aus finanziellen Gründen - die weitere Suche nach einer akzeptablen Gesamtlösung ganz eingestellt wird.
Daher sollte Radebeul die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren vorerst aussetzen. Erst Planung des Gesamtpakets von Brücke, Verkehrsanbindung Richtung Cossebaude und Coswig und dann Fortsetzung der Planfeststellung und Baustart.
Die verbleibende Zeit muss jedoch intensiv genutzt werden:
Radebeul sollte jetzt die Initiative ergreifen und umgehend die betroffenen Städte Dresden, Radebeul und Coswig an einen Tisch bringen. Ziel
sollte es sein, die Interessen der Region zu bündeln und gemeinsam gegenüber der Landesregierung zu vertreten. Es geht um die Lösung eines Problems der gesamten Region!
Es sollten nochmals vorbehaltlos Alternativvarianten einer Anbindung Radebeuls an die neue Niederwarthaer Elbbrücke geprüft werden. Dabei sollten
Belastungen für das Lößnitzbad (= Wir haben nur ein Lößnitzbad) sowie den großflächig betroffenen traditionellen und stadtbildprägenden Gartenbaubetrieb (= Radebeul als Gartenstadt) weitestgehend vermieden werden.
Die Querspange darf niemals Staatsstraße sein.
Auch das Argument der Gefährdung der Fördermittel ist falsch. Im Gegenteil, eine gemeinsame Lösungssuche aller Betroffenen führt schneller
zu einer weitgehend akzeptierte regionalen Problemlösung. Unausgereifte Teillösungen dagegen gefährden sogar das Gesamtprojekt, da der Widerstand der Betroffenen geschürt wird und endlose Gerichtsverfahren
vorprogrammiert sind. Das können wir uns alle nicht leisten!
Radebeul, den 21. Mai 2001
gez. Bert Wendsche (unabhängiger OB-Kandidat)
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